Hilfe (neues Fenster)

V.2 Qualitätsvalidierung
Startet die Suche

V.2.4 Professionalität

Die Qualitätsansprüche, die mit Professionalität verknüpft werden, gründen im klassischen Gebot der Objektivität beim öffentlichen Räsonieren. In den Binnennormen des Journalismus (vgl. etwa www.impressum.ch) wird die Professionalität der Berichterstattung entsprechend mit Ansprüchen auf Sachgerechtigkeit, Sachlichkeit, Neutralität, Faktentreue, Transparenz, Ausgewogenheit und thematische Kompetenz eingefordert. In diesem Jahrbuch wird die Professionalität der Berichterstattung in allen Onlinetypen und -titeln über drei Indikatoren erfasst: Zeichnung der Beiträge, Anteil der redaktionell verantworteten Leistung gegenüber Agenturleistungen sowie Bedeutung einer sachlich-argumentativen gegenüber einer emotional-moralisierenden Berichterstattung (kognitiv-normativ versus moralisch-emotional). Auch diese Qualitätsvalidierung wird auf zwei Ebenen vorgenommen:

1. Informationsangebotsanalytik: Die Validierung der Professionalität der Berichterstattung auf der Ebene des Informationsangebots basiert auf allen Beiträgen der Standardressorts bzw. von ausgewählten Ressorts (vgl. Kapitel V.2.1) der Tagesstichprobe vom 27. November 2009. Geprüft wird das Verhältnis von ungezeichneten, übernommenen und redaktionellen Beiträgen in allen Standardressorts. Die Art des Berichterstattungsstils wird in den Kernressorts Politik, Wirtschaft und News geprüft.

2. Frontseitenanalytik: Die Validierung der Professionalität der Berichterstattung hinsichtlich des Berichterstattungsstils wird ebenfalls für die Einstiegsseiten durchgeführt. Basierend auf allen Einstiegsseiten im Zeitraum vom 5. Oktober bis zum 31. Dezember 2009 wird geprüft, welcher Berichterstattungsstil (kognitiv-normativ versus moralisch-emotional) vorherrscht und inwieweit die jeweiligen Onlinetypen in Bezug auf diese Messgrösse des Berichterstattungsstils vom Durchschnittswert der gesamten Onlinearena abweichen. Ausserdem interessiert der Unterschied der Berichterstattungsstile im Kontext der im genannten Zeitraum bewirtschafteten Themenstrukturen bzw. Kommunikationsereignisse.

Professionalität

Professionalität wird mittels der Indikatoren Beitragszeichnung, Redaktions- versus Agenturleistung und kognitiv-normativer versus moralisch-emotionaler Berichterstattungsstil untersucht. Diese Indikatoren beziehen sich auf die Professionalitätsnormen Transparenz, Faktentreue thematische Kompetenz und Sachlichkeit.

Die Zeichnung der Berichterstattung ist die Bedingung von Transparenz und ein zentrales Informationsfaktum. Der Anteil der Eigenleistungen verweist auch auf die Verantwortlichkeit der Redaktion, aber ebenfalls auf den Anspruch auf thematische Kompetenz von Redaktionen in der eigenständigen Auswahl, Recherche, Darstellung und Interpretation des Geschehens.

Die Unterscheidung von kognitiv-normativen Berichterstattungsstilen gegenüber moralisch-emotionalen Stilen in Gestalt subjektivistischer und moralisierender Artikel bezieht sich auf die Sachlichkeit journalistischer Vermittlung.

Professionelle Qualität – wie sie hier gemessen wird – bedeutet: Quellentransparenz, redaktionelle Eigenleistung und sachliche Vermittlung in einem überwiegend kognitiv-normativen Stil.

V.2.4.1 Informationsangebotsanalytik

Pascal Bürgis

Bei der Untersuchung der Professionalität des Informationsangebots interessiert erstens die Quellentransparenz in Form der Zeichnung des Beitrags. Zweitens ist der Grad der redaktionellen Eigenleistung von Belang. Dieser bemisst sich unter anderem am Ausmass der übernommenen Agenturbeiträge. Die Transparenz der Quelle ist für die Glaubwürdigkeit journalistischer Informationsproduktion entscheidend. Die professionelle journalistische Leistung soll sich zudem nicht in der blossen Auswahl vorgefertigter Beiträge erschöpfen, sondern auf einer eigenständigen Auswahl, Recherche, Darstellung und Interpretation relevanten Geschehens beruhen. Zur Untersuchung dieser Frage werden die einzelnen Standardressorts vertieft untersucht, um den jeweiligen Anteil redaktioneller Eigenleistung und damit auch die journalistischen Ressourcen, die in die einzelnen Ressorts einfliessen, festzustellen. Drittens lässt sich die Sachlichkeit der Berichterstattung in den für die öffentliche Kommunikation wichtigen Ressorts Politik, Wirtschaft und News mit Hilfe des Berichterstattungsstils (kognitiv-normativ versus moralisch-emotional) überprüfen.

Quellentransparenz und redaktionelle Eigenleistung

Darstellungen V.2.26, V.2.27, V.2.28, V.2.29, V.2.30 und V.2.31 zeigen, dass im Onlinebereich in Bezug auf das journalistische Professionalitätsgebot der Quellentransparenz eine höhere Sensibilität besteht als in der Presse (vgl. Kapitel II.2.4.1). Vorbildlich sind insbesondere die Abonnement-Newssites, die insgesamt, d.h. über alle Standardressorts gemessen, 97% gezeichnete Beiträge aufweisen. Schlechter schneiden die Onlinetypen Boulevard (82%) und Gratis (81%) ab.

Newssites der Boulevardmedien weisen in allen Standardressorts (vgl. Darstellungen V.2.26, V.2.27, V.2.28, V.2.29, V.2.30 und V.2.31) den höchsten Anteil redaktioneller Eigenleistungen im Vergleich zu demjenigen übernommener Agenturbeiträge auf. Dies konterkariert den Befund aus der Gattung Presse, wo die Abonnementszeitungen ihre Inhalte deutlich stärker als die Boulevardzeitungen auf der Basis selbstverfasster Beiträge produzieren. Dieser Befund relativiert sich aber stark, wenn man die im Boulevard-Online verbreitete journalistische Kultur der Doppelzeichnung von (minimal) abgeänderten Agenturmeldungen berücksichtigt, die in dieser Studie zu den redaktionellen Beiträgen gezählt wurden: Während NZZ Online, Tribune de Genève Online und 24heures.ch in den Kernressorts Politik, Wirtschaft und News zusammen eine einzige Doppelzeichnung ausweisen, machen diese bei Lematin.ch («Le Matin & les agences») deutlich mehr und bei Blick.ch etwas weniger als die Hälfte aller gezeichneten Beiträge aus. Bei den Abonnement-Newssites operiert nur Tagesanzeiger.ch in den Kernressorts stark mit Doppelzeichnungen, die sich auf leicht angepasste Agenturmeldungen beziehen.

Verbreitet ist hier jedoch die Übernahme von Beiträgen, die in der Presseausgabe publiziert wurden.

Fazit

Im Segment der Onlinemedien zeigt sich einerseits eine ausgeprägte Kultur der Doppelzeichnung von (minimal) geänderten Einkäufen. Es werden überwiegend Agenturmeldungen abgefüllt, die nur geringfügig redaktionell bearbeitet werden. Durch die Doppelzeichnungen ergibt sich somit ein Eigenleistungsanteil, der faktisch nicht vorhanden ist.

Andererseits fällt eine Entwicklung auf, die unter dem Stichwort «Crossmedia» zusammengefasst werden kann: Es zeigt sich eine Onlinerezyklierung vorgefertigter Inhalte der gesamten Publikationstätigkeit des entsprechenden Medienhauses (vgl. Kapitel V.1). Dieser billige, auf Synergieeffekte abzielende Multikanaljournalismus ist vor allem eine Folge der geringen redaktionellen Ausstattung sowie der Deprofessionalisierungstendenzen im Onlinenbereich (vgl. Kapitel V.1).

Politik-, Wirtschafts- und Newsressort: Berichterstattungsstil

Inwieweit ist ein sachlich gehaltener Berichterstattungsstil in den Kernressorts öffentlicher Kommunikation gewährleistet? Zur Beantwortung dieser Frage wird hinsichtlich der Professionalität als dritter Qualitätsindikator der Berichterstattungsstil in den Kernressorts Politik, Wirtschaft und News auf Basis einer Tagesstichprobe geprüft. Öffentliche Kommunikation soll gemäss der Norm der Sachlichkeit von einer objektiv nachvollziehbaren, argumentativ geleiteten und Werthaltungen abwägenden Berichterstattung dominiert sein. Ein solcher kognitiv-normativer Stil setzt sich von einem moralisch-emotionalen Stil ab, der durch Subjektivität und moralische Attribution gekennzeichnet ist.

Im Politikressort (vgl. Darstellung V.2.32) schneiden die Newssites der Boulevardmedien im Onlinetypenvergleich hinsichtlich der Sachlichkeit des Berichterstattungsstils am schlechtesten ab. Dabei ist anzumerken, dass nur Blick.ch ein Politikressort ausdifferenziert hat. Das zeigt die geringe Ressortdifferenzierung bei den Boulevardmedien, die eine strukturell gesicherte Berichterstattung über politische Themen und Akteure verhindert, dafür aber die Tendenz zu personalisierten Narrativen (vgl. Kapitel V.2.2.1), Moralisierung und Emotionalisierung, also eine skandalisierende Anprangerung von wahrgenommenen Missständen fördert, wie beispielsweise Calmy-Reys klare Worte: «Werde wütend, wenn ich eine Burka sehe» (Blick.ch, 27. November 2009). Mit einem solchen moralisch-emotionalen Berichterstattungsstil wird die objektive Nachvollziehbarkeit durch emotionale Betroffenheit ersetzt und eine vernunftgeleitete Auseinandersetzung mit (politischen) Problembezügen verhindert.

Im Gegensatz dazu weisen die Boulevardmedien im Wirtschaftsressort (vgl. Darstellung V.2.33) den höchsten Anteil an kognitiv-normativer Berichterstattung auf. Wie schon erörtert (vgl. Kapitel V.2.2.1 und V.2.3.1) sind die Daten für die Newssites der Boulevardmedien aufgrund der strukturellen Marginalisierung (Blick.ch) bzw. Inexistenz (Lematin.ch) dieses Ressorts und der entsprechend geringen Fallzahlen nicht aussagekräftig. Die Wirtschaftsberichterstattung der Gratis-Onlinemedien zeichnet sich wie auch im Politikressort (vgl. Darstellung V.2.32) durch einen überdurchschnittlich sachlichen Berichterstattungsstil aus, weil sie in diesen Kernbereichen öffentlicher Kommunikation am stärksten auf – deskriptiv gehaltene – Beiträge von Agenturen zurückgreifen. Auffällig ist dabei, dass die französischsprachige Newssite 20minutes.ch im Wirtschafts- und auch im Politikressort deutlich stärker zur emotionalisierenden Aufladung von Themen und Akteuren neigt als das deutschschweizerische Pendant 20minuten.ch.

Das Newsressort (vgl. Darstellung V.2.34) mit seiner ausgeprägten Boulevardisierung (vgl. Kapitel V.2.1.1) sowie seiner Fokussierung auf das Persönliche, Private und Partikuläre (vgl. Kapitel V.2.2.1) zeigt im Vergleich zu den Kernressorts Politik und Wirtschaft auch die stärkste Tendenz zu einem emotionalisierenden Berichterstattungsstil. Gerade jenes Ressort also, das dazu dient, den Leserinnen und Lesern möglichst effizient einen Überblick auf das Weltgeschehen zu verschaffen, ist durch den geringsten Anteil einer sachlichen, argumentierenden und verständnisfördernden Berichterstattung geprägt. Die «Klickmentalität» fördert damit im Newsressort, das als Einstiegsseite von Informationsanbietern im Onlinebereich fungiert, überdurchschnittlich stark eine Berichterstattung, die Themen und Akteure emotional auflädt und damit die objektive Nachvollziehbarkeit und die Abwägung der Sachgerechtigkeit des Thematisierten behindert.

Fazit

Der Onlinebereich ist durch einen stark aufmerksamkeitsheischenden, boulevardesken Berichterstattungsstil geprägt. Alle Onlinetypen weisen durchwegs höhere Werte moralisch-emotionaler Berichterstattung auf als ihre verwandten Pressetypen (vgl. Kapitel II.2.4.1). Als Folge der im Online vorherrschenden «Klickmentalität» sind Onlinejournalisten besonders stark bemüht, die Nutzer mit emotionalisierenden Darstellungstechniken an ihr Medium zu binden (Beispiele: «Des pendulaires jouent avec la mort chaque soir», 20minutes.ch; «Deutschland in Angst: Mörder flohen aus Gefängnis – im Taxi!», Blick.ch; «Nur der Tod kann mich stoppen», Tagesanzeiger.ch). Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang, dass dieser Befund auch nicht von den Onlineausgaben der traditionellen Abonnementszeitungen gebrochen wird. Damit verstetigt sich das Bild, dass die Onlineinformationsangebote in den Kernressorts insgesamt weniger vielfältig (vgl. Kapitel V.2.1.1), weniger relevant (vgl. Kapitel V.2.2.1), weniger kontextuierend (vgl. Kapitel V.2.3.1) und weniger professionell sind als die verwandten Informationsangebote in der Presse. Dieser Boulevardisierungstrend ist für die Qualität der öffentlichen Kommunikation in doppelter Weise problematisch: Einerseits, weil die Informationsangebote im Onlinebereich einen starken Zuwachs der Nutzungsraten verzeichnen, wohingegen sich die Presse – mit Ausnahme der Gratiszeitungen – in einer strukturellen Krise befindet und stetig Leser verliert. Andererseits besteht die Gefahr, dass die im Onlinejournalismus zu beobachtende Deprofessionalisierung eine Prestigeeinbusse der Mutterblätter bewirkt und den Statusverlust des Journalismus insgesamt fördert.

V.2.4.2 Frontseitenanalytik

Patrik Ettinger

Der Berichterstattungsstil der Onlinemedien ist durch zwei strukturelle Faktoren mit gegenläufigen Effekten gekennzeichnet. Einerseits führt der hohe Aktualitätsdruck, dem das Onlinemedium aufgrund des Anspruchs rund um die Uhr neuste Nachrichten zu vermitteln unterliegt, auch auf den Frontseiten zu einer intensiven Verwendung von Agenturmeldungen, die durch einen kognitiv-normativen Berichterstattungsstil geprägt sind. Andererseits veranlassen die «Klickmentalität» und die gleichzeitige Möglichkeit, die Attraktivität eines Beitrags über Klickraten direkt zu messen, die Redaktionen zur möglichst aufmerksamkeitsheischenden Gestaltung ihrer Aufmacherbeiträge. Dies führt dazu, dass die Titel und die Anrisstexte auf den Frontseiten tendenziell in einem moralisch-emotionalen Berichterstattungsstil verfasst werden. Dadurch wird eine irritierende Titel-Text-Kluft produziert. Was oben drauf steht, ist oft unten nicht drin. Das geht soweit, dass sich Titel und Beitragstext direkt widersprechen können. Durch die reisserische Titulatur ergibt sich dann beides, eine hohe Klickrate und eine Überfülle an Leserbeiträgen. Ein Beispiel findet sich in Tages Anzeiger.

Obwohl die Onlinesites der Abonnementszeitungen im Typenvergleich auch im Onlinebereich den grössten Anteil an kognitiv-normativer Berichterstattung (81%) haben (vgl. Darstellung V.2.35), sind deutliche Konvergenztendenzen erkennbar. Im direkten Vergleich mit den jeweiligen Presseausgaben zeigt sich, dass die moralisch-emotionale Berichterstattung auf den Onlinesites der Abonnementszeitungen zunimmt (+6%), während sie beim Gratis-Online deutlich (–14%) und beim Boulevard-Online leicht (–2%) abnimmt. Das bedeutet: Jener Onlinetyp (Abonnement-Online), der zur Gewährleistung hoher Professionalitätsstandards als Korrektiv in der Onlinearena wirken müsste, indem er den grössten Anteil einer sachlich-argumentativen Berichterstattung beisteuert, gleicht sich im Gegenteil dem Stil der anderen Onlinetypen an. Die Zunahme der moralisch-emotionalen Berichterstattung bei den Onlinesites der Abonnementszeitungen ist primär auf den Tages-Anzeiger zurückzuführen. Seine Onlineausgabe ist im Vergleich zur Offlineausgabe durch einen um rund 14% stärker moralisch-emotionalen Berichterstattungsstil geprägt.

Der kognitiv-normative Berichterstattungsstil ist überwiegend auf Agenturbeiträge zurückzuführen. Der generell hohe Anteil an Agenturbeiträgen ist dem Diktat eines im Online ausgesprochen hohen Aktualitätsdrucks zuzuschreiben. Im Online herrscht also ein Produktionsmechanismus des Abfüllens von Agenturmeldungen vor. Eigenleistung bedeutet vor allem, vorgefertigte Inhalte zu emotionalisieren und moralisch aufzuladen. Das zeigt sich schwächer ausgeprägt bei Blick.ch und sehr stark ausgeprägt bei Tagesanzeiger.ch: Dessen Onlineredaktion bearbeitet die aus der Presseredaktion übernommenen Beiträge durch eine konfliktstilisierende, personalisierende und skandalisierende Titelgebung, um den Beiträgen einen moralisch-emotionalen Drall zu verleihen.

Temporalität der Themen auf den Frontseiten

Der Effekt eines hohen Anteils an Agenturbeiträgen im Hinblick auf die Zunahme kognitiv-normativer Gehalte zeigt sich auch in der Analyse der 20 wichtigsten Kommunikationsereignisse auf der Agenda der Onlinemedien (vgl. Darstellung V.2.36).

Am deutlichsten kognitiv-normativ ist die über unbearbeitete Agenturmeldungen geleistete Auslandsberichterstattung (Iran, Afghanistan, Klimapolitik).

Umgekehrt zeigt sich, dass die Eigenleistung im Onlinesegment mit einer Zunahme des moralisch-emotionalen Stils einhergeht. Mehrheitlich moralisch-emotional ist entsprechend die Berichterstattung über Sportereignisse (U17-Fussball-WM 2009, Fussball-WM 2010) und Human Interest-Themen (Carl Hirschmanns Lebenswandel, Tiger Woods Lebenswandel, Unfall im Bärengraben).

Fazit

Auch die Frontseitenanalyse zeigt, dass die Onlinemedien den Ansprüchen einer professionellen Berichterstattung deutlich weniger gerecht werden als die Presse. Es dominiert das Abfüllen von Agenturbeiträgen, die nicht oder kaum bearbeitet werden, um dem im Onlinebereich herrschenden Aktualitätsdiktat Genüge zu tun. Bearbeitungen erfolgen vor allem in einer zuspitzenden Titelgebung, mit der den Beiträgen ein moralisch-emotionaler Drall verliehen wird. Folgenschwer ist, dass auch die Onlineausgaben der Abonnementszeitungen nur wenig zur Verbesserung dieses Qualitätsdefizits beitragen, sondern sich im Gegenteil dem Mainstream der Onlinearena anpassen.

Weiterführende Literatur

Bonfadelli, Heinz, 2010: UNIVOX-Bericht «Kommunikation und Medien» 2009 im Auftrag des gfs-zürich.

Iyengar, Shanto, 1991: Is Anyone Responsible? How Television Frames Political Issues. Chicago: University of Chigaco Press.

Rager, Günther, 2000: Ethik – eine Dimension von Qualität? S. 76–89 in: Schicha, Christian/Brosda, Carsten (Hrsg.), Medienethik zwischen Theorie und Praxis. Normen für die Kommunikationsgesellschaft. Münster: Lit.

Tresch, Anke, 2008: Öffentlichkeit und Sprachenvielfalt. Medienvermittelte Kommunikation zur Europapolitik in der Deutsch- und Westschweiz. Baden-Baden: Nomos.

Zimmer, Jochen, 2009: Die Entwicklung des Internets in globaler Perspektive. S. 164–174 in: Hans-Bredow-Institut (Hrsg.), Internationales Handbuch Medien. Baden-Baden: Nomos.

Lesehilfe V.2.26
Lesehilfe V.2.26

Politikressort – Quellentransparenz und redaktionelle Eigenleistung

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile an redaktioneller Eigenleistung, Agenturleistungen sowie nichtgezeichneten Beiträgen für das Politikressort jeden Onlinetyps. Sie basiert auf allen Beiträgen des Politikressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 279).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Gratis-Online im Politikressort den geringsten Anteil redaktioneller Eigenleistung (24%) und den höchsten Anteil Agenturleistungen (74%) auf.

Lesehilfe V.2.27
Lesehilfe V.2.27

Wirtschaftsressort – Quellentransparenz und redaktionelle Eigenleistung

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile an redaktioneller Eigenleistung, Agenturleistungen sowie nichtgezeichneten Beiträgen für das Wirtschaftsressort jeden Onlinetyps. Sie basiert auf allen Beiträgen des Wirtschaftsressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 104).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Pressetypen weist Gratis-Online den geringsten Anteil redaktioneller Eigenleistung (32%) und den höchsten Anteil Agenturleistungen (68%) im Wirtschaftsressort auf.

Lesehilfe V.2.28
Lesehilfe V.2.28

Kulturressort – Quellentransparenz und redaktionelle Eigenleistung

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile an redaktioneller Eigenleistung, Agenturleistungen sowie nichtgezeichneten Beiträgen für das Kulturressort jeden Onlinetyps. Sie basiert auf allen Beiträgen des Kulturressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 235).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Gratis-Online den geringsten Anteil redaktioneller Eigenleistung (54%) und den höchsten Anteil Agenturleistungen (27%) und nichtgezeichneter Beiträge (19%) im Kulturressort auf.

Lesehilfe V.2.29
Lesehilfe V.2.29

Sportressort – Quellentransparenz und redaktionelle Eigenleistung

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile an redaktioneller Eigenleistung, Agenturleistungen sowie nichtgezeichneten Beiträgen für das Sportressort jeden Onlinetyps. Sie basiert auf allen Beiträgen des Sportressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 416).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Gratis-Online den geringsten Anteil redaktioneller Eigenleistung (30%) und den höchsten Anteil Agenturleistungen (63%) im Sportressort auf.

Lesehilfe V.2.30
Lesehilfe V.2.30

Human Interest-Ressort – Quellentransparenz und redaktionelle Eigenleistung

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile an redaktioneller Eigenleistung, Agenturleistungen sowie nichtgezeichneten Beiträgen für das Human Interest-Ressort jeden Onlinetyps. Sie basiert auf allen Beiträgen des Human Interest-Ressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 329).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Abonnement-Online den geringsten Anteil redaktioneller Eigenleistung (45%) und den höchsten Anteil Agenturleistungen (50%) im Human Interest-Ressort auf.

Lesehilfe V.2.31
Lesehilfe V.2.31

Newsressort – Quellentransparenz und redaktionelle Eigenleistung

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile an redaktioneller Eigenleistung, Agenturleistungen sowie nichtgezeichneten Beiträgen für das Newsressort jeden Onlinetyps. Sie basiert auf allen Beiträgen des Newsressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 159).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Gratis-Online den geringsten Anteil redaktioneller Eigenleistung (41%) und den höchsten Anteil nichtgezeichneter Beiträge (11%) im Newsressort auf.

Lesehilfe V.2.32
Lesehilfe V.2.32

Politikressort – Berichterstattungsstil der Beiträge

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile kognitiv-normativer und moralisch-emotionaler Beiträge sowie deren jeweilige Abweichung vom Durchschnittswert kognitiv-normativer Berichterstattung für das Politikressort jeden Onlinetyps in der Gattung Online. Sie basiert auf allen Beiträgen des Politikressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 279).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Boulevard-Online mit 77% den geringsten Anteil kognitiv-normativer Berichterstattung im Politikressort auf. Boulevard-Online liegt damit in der Gattung Online 9% unter dem Durchschnittswert.

Lesehilfe V.2.33
Lesehilfe V.2.33

Wirtschaftsressort – Berichterstattungsstil der Beiträge

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile kognitiv-normativer und moralisch-emotionaler Beiträge sowie deren jeweilige Abweichung vom Durchschnittswert kognitiv-normativer Berichterstattung für das Wirtschaftsressort jeden Onlinetyps in der Gattung Online. Sie basiert auf allen Beiträgen des Wirtschaftsressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 104).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Abonnement-Online mit 77% den geringsten Anteil kognitiv-normativer Berichterstattung im Wirtschaftsressort auf. Abonnement-Online liegt damit in der Gattung Online 5% unter dem Durchschnittswert.

Lesehilfe V.2.34
Lesehilfe V.2.34

Newsressort – Berichterstattungsstil der Beiträge

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile kognitiv-normativer und moralisch-emotionaler Beiträge sowie deren jeweilige Abweichung vom Durchschnittswert kognitiv-normativer Berichterstattung für das Newsressort jeden Onlinetyps in der Gattung Online. Sie basiert auf allen Beiträgen des Newsressorts der Tagesstichprobe vom 27. November 2009 (n = 159).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Gratis-Online mit 57% den geringsten Anteil kognitiv-normativer Berichterstattung im Newsressort auf. Gratis-Online liegt damit in der Gattung Online 4% unter dem Durchschnittswert.

Lesehilfe V.2.35
Lesehilfe V.2.35

Frontseite – Berichterstattungsstil der Beiträge

Die Darstellung zeigt die prozentualen Anteile kognitiv-normativer und moralisch-emotionaler Beiträge sowie deren jeweilige Abweichung vom Durchschnittswert kognitiv-normativer Berichterstattung für die Frontseiten jeden Onlinetyps in der Gattung Online. Sie basiert auf allen Beiträgen der Frontseitenanalyse vom 5. Oktober bis zum31. Dezember 2009 (n = 2189).

Lesebeispiel: Im Vergleich der Onlinetypen weist Boulevard-Online mit 52% den geringsten Anteil kognitiv-normativer Berichterstattung auf seinen Frontseiten auf. Boulevard-Online liegt damit in der Gattung Online 19% unter dem Durchschnittswert.

Lesehilfe V.2.36
Lesehilfe V.2.36

Onlineagenda Schweiz – Berichterstattungsstil der Top-20-Kommunikationsereignisse

Die Darstellung zeigt die 20 grössten Kommunikationsereignisse (KE) der Onlinearena Schweiz. Die KE sind nach ihrem Anteil an der Gesamtberichterstattung dieser Top-20-KE hierarchisiert. Die gestapelten Balken geben für jedes KE den Anteil kognitiv-normativer und moralisch-emotionaler Berichterstattung an der Gesamtberichterstattung der Top-20-KE an. Die Darstellung basiert auf allen Beiträgen der Frontseitenanalyse vom 5. Oktober bis zum31. Dezember 2009 zu den Top-20-KE (n = 662).

Lesebeispiel: Das Kommunikationsereignis Minarettinitiative erhält im Untersuchungszeitraum die höchste Aufmerksamkeit (Rang 1) in der Schweizer Onlinearena. Auf die Minarettinitiative entfallen 17.2% der Berichterstattung der Top-20-KE. Beiträge dieses KE mit einem kognitiv-normativen Berichterstattungsstil nehmen 11.5% der Gesamtberichterstattung der Top-20-KE ein (bzw. 67% innerhalb des KE).