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Politische Kommunikation
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In dieser Rubrik publizieren wir Analysen zu folgenden Themenbereichen:

  • Resonanz- und Reputationsentwicklung politischer Akteure und Institutionen
  • Wahl- und Abstimmungsanalysen
  • Analysen zu wichtigen gesellschaftspolitischen Kommunikationsereignissen

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 24.11.2011: Zwischenbericht zur Analyse der eidgenössischen Wahlen 2011

Die vorliegenden Ergebnisse sind Zwischenresultate einer laufenden Analyse zur Wahlberichterstattung. Diese Anfang 2012 abgeschlosssene Analyse wird unter anderem von FORS/Selects und dem Schweizerischen Nationalfonds unterstützt.

Konfliktthemen im Wahlkampf 2011
In der Berichterstattung über innenpolitische Vorgänge vermochte in den Wochen vor den diesjährigen Eidgenössischen Wahlen kein Konflikt-Thema zu dominieren, das als genuines Kern-Thema einer bestimmten Partei gelten könnte. Stattdessen führten mehrere mit der Finanz- und Wirtschaftskrise verbundene „externe“ Ereignisse wie die Reaktionen auf den „starken Franken“, der „Fall Adoboli“ oder die Zuspitzung der Schuldenkrise europäischer Staaten dazu, dass Parteien vor allem zu Fragen der (De-)Regulierung Stellung beziehen mussten (z.B. „too big to fail“, Hilfspaket etc.). Auch unvorhergesehene Krawalle und Ausschreitungen setzten die Parteien unter Druck („Kriminalität“). Durch diese „Zerhackung“ der Kampagnen war keine Partei in der Lage, „ihr“ Thema erfolgreich und nachhaltig auf die Agenda zu setzen. Insbesondere schaffte es dieses Mal die SVP nicht, das Migrations-Thema zum dominierenden Wahlkampf-Thema zu machen.


Resonanz politischer Parteien im Wahlkampf 2007 und 2011
Im Zeitvergleich von 2007 und 2011 fällt auf, dass 2007 die provokative Kampagne der SVP im Bereich der Migrationspolitik („Schäfchen“-Plakate) und mit Fokus auf Christoph Blocher („SVP wählen – Blocher stärken“) die Berichterstattung entscheidend beeinflusste und die SVP weitaus am meisten Resonanz erhielt. Dieser Mechanismus – Provokation und Reaktion – spielt in der Berichterstattung zu den Wahlen 2011 nur noch teilweise. Zwar erzielt nach wie vor die SVP am meisten Resonanz, nach wie vor auch wegen ihrer provokativen Kampagne, doch führen die verhalteneren Reaktionen anderer Parteien und der Medien zu einer nun gleichmässiger verteilten Parteien-Resonanz. 2011 stärker profitieren können die Sozialdemokraten und die BDP: Bei beiden Parteien sorgen sowohl die bevorstehenden Bundesratswahlen für eine relativ starke Resonanz (Nachfolge Calmy-Rey, mögliche Abwahl Widmer-Schlumpf) als auch die Krisen-Ereignisse (Positionierung der SP und von Widmer-Schlumpf bei Regulierungsfragen).

Weitere Resultate zur Wahlberichterstattung wurden am Mediensymposium von SRG SSR präsentiert. Die vollständigen Resultate sowie die begleitende Präsentation von Kurt Imhof können hier eingesehen werden.

 30.03.2011: Die Ausschaffungsinitiative im Spiegel der Medien

Die Studie zur Resonanz der Ausschaffungsinitiative liefert mediensoziologische Gründe, weshalb die Initiative - und nicht der Gegenvorschlag - sich letztlich an der Urne durchsetzen konnte: Obwohl der Gegenvorschlag die meiste Zustimmung und Resonanz in der Medienöffentlichkeit erfährt, wird er gleichzeitig mit Problembezügen begründet, welche die Hauptanliegen der Ausschaffungsinitiative teilen oder zumindest nicht zurückweisen: So wird die hauptsächliche Problemdeutung der Initiative – „kriminelle Ausländer“ als dringliches, lösungsbedürftiges Problem – kaum bestritten. Dies bedeutet, dass auch jenseits der SVP eine solche Problematisierung des Fremden akzeptiert wird. Unterschiede zeigen sich primär in den Lösungsvorschlägen. Somit hat die medienvermittelte Debatte partei- und medienübergreifend die Dringlichkeit des Problems "krimineller Ausländer" verstärkt, was letztlich den Wahlausgang mit beeinflusst haben dürfte. Zum Bericht...

 23.12.2010: Analyse zur Departementsrochade vom 22.9.2010

Eine Analyse zur Medienberichterstattung über die Departementsrochade im Nachgang zu den Bundesratsersatzwahlen vom 22.9.2010 zeigt unter anderem folgende Befunde:

1. Erodiertes Vertrauen in Bundesrätin Widmer-Schlumpf
Eveline Widmer-Schlumpf erleidet im Zusammenhang mit der Departementsverteilung medial den höchsten Vertrauensverlust. Ihr wird die Hauptverantwortung für den wahrgenommenen Missstand zugeschrieben, dass ein Jahr vor der Gesamterneuerungswahl vier Bundesräte das Departement wechseln und so die Handlungsfähigkeit der Regierung unterminiert werde. Kritik kommt dabei primär von Seiten der SPS – also jener Partei, die Bundesrätin Widmer-Schlumpf 2007 ins Amt verholfen hat. Ebenfalls gerügt wird die neue Vorsteherin des Finanzdepartements von ihrer ehemaligen Partei SVP. Die Skandalisierung von Bundesrätin Widmer-Schlumpf hat Deutungsmuster gegen die Bundesrätin gesetzt, die bei der Gesamterneuerungswahl des Bundesrates 2011 reaktiviert werden können.

2. Wahrnehmung einer zerstrittenen Exekutive verstetigt sich.
Stark im Fokus der Medienberichterstattung steht die Wahrnehmung, dass auch im neu zusammengesetzten Bundesrat Konflikt statt Kollegialität bestimmend ist. Vor dem Hintergrund, dass die Kandidaten für die vakanten Sitze im Vorfeld der Ersatzwahlen stark entlang von Typisierungen im Zusammenhang mit der inhaltlich verstandenen Konkordanz (Konsens- und Kompromissfähigkeit) bewertet wurden (vgl. Analyse zu den Bundesratsersatz-wahlen 2010), ist die Debatte somit auch Ausdruck enttäuschter Erwartungen und verstetigt das Bild einer zer-strittenen Exekutive.

3. Wahrnehmung einer zunehmend populistisch agierenden SPS erhält Aufwind
Die zentralen Konfliktlinien in der Debatte um die Departementsverteilung verlaufen zwischen Akteuren der SPS und Akteuren der Mitteparteien. Die SPS und namentlich Parteipräsident Christian Levrat sind massgeblich für das Agenda-Setting und die Skandalisierung der Debatte verantwortlich. Der konfliktive Stil der SPS wird nur von wenigen Medien, von diesen dafür in deutlichen Worten geharnischt: „Levrat macht den Blocher“ (Tages-Anzeiger, 1.10.2010) und „Die SP macht das Land ein Stück unregierbarer“ (NZZ am Sonntag, 3.10.2010) sind Ausdruck der Kritik am populistischen Kommunikations-stil der Sozialdemokraten. Zum Bericht...

 03.11.2010: Wahlen - Die Rolle von Konflikten, Resonanz und Reputation

Die Autoren der jüngst der Öffentlichkeit vorgestellten Wahl-Studie FORS/Selects kommen zum Befund, dass „Identität und Kultur“ als zentrale Konfliktlinien auf Kosten von sozio-ökonomischen Konflikten an Bedeutung zugenommen haben. Dies erkläre den Wahlerfolg für SVP und Grüne. Das Jahrbuch Qualität der Medien kann ebenfalls zeigen, dass besonders Identitätskonflikte auch ausserhalb von Wahlkampfphasen die Medienagenden bestimmen. Zudem zeigen frühere Untersuchungen des fög zum letzten Wahlkampf, dass die Resonanz und die Reputation in den Medien mitentscheidende Faktoren für den Wahlausgang sind. Zwar wurde sie wegen ihres Politikstils und ihrer Politikinhalte von Medien, politischen Kontrahenten und zivilgesellschaftlichen Akteuren negativ bewertet, aber gleichzeitig wurden durch diese Konflikt-Stilisierung der SVP ein klares Profil und darüber hinaus Handlungsfähigkeit und Durchsetzungsfähigkeit zugeschrieben. Zum Bericht...

 01.11.2010: Analyse zu den Bundesratsersatzwahlen 2010

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Esther Konieczny, Marita Verbali (2008):
Kommunikationsereignisanalyse "Libanonkrieg"
Berichterstattungsdynamik und Darstellung der Konfliktparteien
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Melanie Berner, Linards Udris, Jens Lucht (2008):
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